Über uns

"We seek to not only prevent trafficking before it begins, but also to intervene where it already exists. Every step is based on prayer and on the Word of God." Lana Packer

Im Sommer 2014 trafen wir uns mit einer Gruppe von Menschen unterschiedlicher Nationen in Stuttgart. Uns alle verband eine Vision: Eine Welt ohne Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung. Einige von uns konnten sich schon persönlich ein Bild von der Dunkelheit eines Bordells machen, von den maskenhaften Gesichtern und den Frauen ohne Träume und ohne Chancen. Viel ist seitdem entstanden, denn viel ist nötig, um Veränderung herbeizuführen.

Das Problem

Jedes Jahr gelangen junge Mädchen und Frauen aus der ganzen Welt, besonders aus Osteuropa und Afrika, aber auch aus Deutschland selbst, in unsere Bordelle. Oft sind ihre beruflichen Chancen in der Heimat eingeschränkt. Menschenhändler schlagen aus dieser Notlage Profit. Mit leeren Versprechungen und trickreichen Argumenten verführen sie ihre Opfer, beschlagnahmen ihre Pässe und schüchtern sie mit Gewalt ein. Häufig müssen die Frauen hohe Schulden für Verpflegung, Unterbringung und den Transport zurückzahlen. 

Doch nicht nur Menschenhändler zwingen Frauen, Männer und Kinder in die Prostitution. Auch finanzielle Notlagen oder emotionaler Druck durch Dritte bringen diese Menschen in starke Abhängigkeiten und nötigen sie dazu, ihren Körper zu verkaufen.

Jeglicher Zwang zur Prostitution ist jedoch ein Ausdruck schlimmster Missachtung der menschlichen Würde. Er hinterlässt tiefgreifende Verletzungen des elementaren Selbstvertrauens und beeinträchtigt die grundlegende menschliche Fähigkeit, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen. Diese Verletzungen wirken sich in alle Lebensbereiche aus und erschweren die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Unser Ziel

Es ist uns eine Herzensangelegenheit, Betroffene in die Lage zu versetzen, körperlich und psychisch - aber auch in ihrem geistlichen Leben – wiederhergestellt zu leben. Wir möchten Frauen und ihre Kinder auf dem Weg begleiten, einen Neubeginn zu wagen und ihr Leben aktiv zu gestalten.

Deshalb haben wir am 7. Juni 2014 den Verein KAINOS e.V. gegründet. Seit dem 7. Juli 2014 sind wir im Vereinsregister des Amtsgerichts Stuttgart eingetragen. Vom Finanzamt Stuttgart sind wir als gemeinnützig und mildtätig anerkannt.

Unsere Mission

Wir möchten Opfer von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung erreichen, Abhängigkeiten beenden und  den Opfern Möglichkeiten zur Rehabilitation und ganzheitlichen Wiederherstellung bieten.  

Das bedeutet:
  • Gerechtigkeit durch Eintreten für die rechtlichen Interessen der Opfer 
  • Prävention durch Aufklärung 
  • Hoffnung durch tragfähige Beziehungen 
  • Ein Neuanfang in einer sicheren Umgebung

Unsere Vision

Freiheit und ein neues Leben für Opfer von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung. 

Unsere Werte  

Glaube – Wir glauben, dass Gott das Unmögliche möglich machen kann und suchen seine Weisheit und Führung für jede Entscheidung, die wir treffen. 

Integrität – Wir trachten danach, authentische Christen zu sein, die zuverlässig, ehrlich, und vertrauenswürdig sind und zu ihrem Wort stehen.

Kompetenz – Wir wenden bewährte Vorgehensweisen an und entwickeln uns durch regelmäßige Fortbildungen weiter, so dass wir neue Wege finden und uns kontinuierlich verbessern können.

Gemeinschaft – Wir arbeiten gemeinsam auf ein Ziel hin: sexuelle Ausbeutung zu beenden. 

Dienst am Nächsten – Wir sehen unsere Aufgabe darin, anderen zum Erfolg zu verhelfen.

Anonymität – Wir wollen die Würde und Privatsphäre von sexuell ausgebeuteten Frauen und deren Kindern schützen. Rehabilitation kann nur in einem sicheren Umfeld geschehen.

Zahlen und Fakten

Damit Sie unsere Arbeit besser verstehen können, hier einige wenige Fakten zum Menschenhandel und zur Zwangsprostitution:

  • Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt, dass derzeit ca. 4,8 Millionen Menschen in der Zwangsprostitution ausgebeutet werden.
  • Deutschland ist sowohl ein Transit-, als auch ein Zielland für den Menschenhandel in der Prostitution. 
  • Die Opfer, die in Deutschland zur Prostitution gezwungen werden, stammen hauptsächlich aus anderen Teilen Europas (zum großen Teil Osteuropa), Afrika (Nigeria) und Asien. 

  • Stuttgart ist einer der Hauptanlaufpunkte in Europa für Sextourismus.
  • Nach dem Bundeslagebild Menschenhandel des Bundeskriminalamtes sind im Jahr 2014 insgesamt 557 Menschen, und zwar nahezu ausschließlich Frauen, Opfer von Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung geworden. Die Dunkelziffer – da sind sich Experten einig – liegt jedoch um ein Vielfaches höher. Und noch etwas zeigt die Statistik: Fast die Hälfte der Opfer sind unter 21 Jahre alt.

Die Situationen, mit denen Frauen in der Zwangsprostitution konfrontiert werden, sind ganz unterschiedlich.  Viele Opfer geben sich in einer romantischen Beziehung auf, bis der Partner die Frau durch Zwang oder Manipulation in die Prostitution treibt. Andere lockt das Versprechen, in Deutschland eine Karriere als Tänzerin, Model oder ähnliches zu beginnen in unsere Bordelle. Einige werden sogar von ihren Eltern oder anderen Familienmitgliedern dazu gezwungen, sich in der Sexindustrie zu verkaufen. 

In den Bordellen in Deutschland werden manche der Opfer nach wenigen Tagen oder Wochen an andere Orte transportiert, andere bleiben für längere Zeit am selben Ort. Aber eines haben alle Opfer gemeinsam: Sie sehen keinen Ausweg, einem Ort der Dunkelheit zu entkommen, einem Ort, an dem sie alle Hoffnung verloren haben.

„She is like a tiny frail bird caught up in a cage of perpetual darkness. A darkness from which she has lost all hope of escape.” Marta, ein Mitglied des Kainos-Interventionsteams

DIE INITIATOREN

Dr. David und Lana Packer stammen aus Texas, USA, und sind seit über 30 Jahren weltweit als Pastoren internationaler Kirchen tätig. 

Beide starteten ihr gemeinsames Leben mit einer starken Berufung für die internationale Arbeit. Aus erster Hand sahen sie die Nöte dieser Welt, die sie immer wieder zum Mitgefühl bewegten und deshalb haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, diese Welt durch die Verkündigung der Liebe Gottes zu verändern.

Nach 26 Jahren Leben und Arbeit in verschiedenen Teilen der Erde – einschließlich Europa, Asien und den USA – sind Lana und Dr. David Packer ihrer Berufung treu geblieben. 

Derzeit sind sie in Stuttgart tätig. Dr. David Packer ist leitender Pastor der International Baptist Church in Stuttgart und Lana Packer ist Vorstandsvorsitzende des Vereins Kainos e.V.

Das Ehepaar teilt 30 Jahre interkulturelle Erfahrung. Beide haben bereits als Referenten auf verschiedenen multikulturellen Konferenzen in über 30 Ländern mitgewirkt. Sie sind Autoren mehrerer Bücher und haben mit Gemeinden verschiedener Konfessionen zusammengearbeitet.

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