Zahlen und Fakten

Damit Sie unsere Arbeit besser verstehen können, hier einige wenige Fakten zum Menschenhandel und zur Zwangsprostitution:

  • Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt, dass derzeit ca. 4,8 Millionen Menschen in der Zwangsprostitution ausgebeutet werden.
  • Deutschland ist sowohl ein Transit-, als auch ein Zielland für den Menschenhandel in der Prostitution. 
  • Die Opfer, die in Deutschland zur Prostitution gezwungen werden, stammen hauptsächlich aus anderen Teilen Europas (zum großen Teil Osteuropa), Afrika (Nigeria) und Asien. 

  • Stuttgart ist einer der Hauptanlaufpunkte in Europa für Sextourismus.
  • Nach dem Bundeslagebild Menschenhandel des Bundeskriminalamtes sind im Jahr 2014 insgesamt 557 Menschen, und zwar nahezu ausschließlich Frauen, Opfer von Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung geworden. Die Dunkelziffer – da sind sich Experten einig – liegt jedoch um ein Vielfaches höher. Und noch etwas zeigt die Statistik: Fast die Hälfte der Opfer sind unter 21 Jahre alt.

Die Situationen, mit denen Frauen in der Zwangsprostitution konfrontiert werden, sind ganz unterschiedlich. 
Viele Opfer geben sich in einer romantischen Beziehung auf, bis der Partner die Frau durch Zwang oder Manipulation in die Prostitution treibt. Andere lockt das Versprechen, in Deutschland eine Karriere als Tänzerin, Model oder ähnliches zu beginnen in unsere Bordelle. Einige werden sogar von ihren Eltern oder anderen Familienmitgliedern dazu gezwungen, sich in der Sexindustrie zu verkaufen. 

In den Bordellen in Deutschland werden manche der Opfer nach wenigen Tagen oder Wochen an andere Orte transportiert, andere bleiben für längere Zeit am selben Ort. Aber eines haben alle Opfer gemeinsam: Sie sehen keinen Ausweg, einem Ort der Dunkelheit zu entkommen, einem Ort, an dem sie alle Hoffnung verloren haben.

„She is like a tiny frail bird caught up in a cage of perpetual darkness. A darkness from which she has lost all hope of escape.” (Marta, ein Mitglied des Kainos-Interventionsteams)