"Free to be New" Spendengala (in German)

Written by: Matthias Schäfer

29 April 2016

events

Gestern (22. April 2016) hatten wir unsere erste Spendengala im großen Kursaal in Bad Cannstatt.

Das Thema: Der Einsatz gegen Zwangsprostitution und Hilfe für Frauen, die darin gefangen sind.

In einem persönlichen Erfahrungsbericht einer ehemaligen Prostituierten kam zum Ausdruck, dass sexuelle Ausbeutung in der Prostitution oft Ausdruck schlimmster Missachtung der menschlichen Würde sind. Sie hinterlassen tiefgreifende Verletzungen des elementaren Selbstvertrauens und beeinträchtigen grundlegend die Fähigkeit vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen. Diese Verletzungen wirken sich in alle Lebensbereiche aus und erschweren die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Lana Packer, Vorstandsvorsitzende des Vereins, zeigte in ihrer Ansprache auf, dass es daher für die Arbeit von Kainos wichtig ist umfassende und nachhaltige Angebote in den Bereichen der Prävention, Intervention, Rehabilitation und Rechtsberatung anzubieten.

Die Stuttgarter Bundestagsabgeordnete Karin Maag (CDU) berichtete als Hauptreferentin den Gästen über die aktuellen politischen Debatten zum Prostitutionsgesetz und die prekären Verhältnisse von vielen Frauen in Prostitution. Sie lobte das starke ehrenamtliche Engagement und die große Bedeutung von Kainos e.V., der die Arbeit kommunaler und staatlicher Stellen durch weitere professionelle Angebote ergänzt. Darüber hinaus sprach sie über die Situation der Sexbranche in Deutschland und in der Region Stuttgart. Die Gesetzesänderungen zur Prostitution von 2002, welche in ihren Augen die beabsichtigten positiven Ziele nicht erreicht haben, hätten dazu beigetragen, dass Deutschland jetzt zum „Bordell Europas“ geworden ist.

Das musikalische Rahmenprogramm boten David Whitley (Mannheimer Nationaltheater), Melissa Roland und Christiane Baum.

Durch die eingenommenen Spenden soll insbesondere ein „New Life Haus“ finanziert werden. Die Frauen erhalten hier ein vorübergehendes Zuhause mit einem sicheren sozialen System, therapeutische Unterstützung und ein Schulungsprogramm. Sobald es ihnen möglich ist, werden die Bewohnerinnen in Arbeit integriert. Auf diese Weise wird den Frauen eine Umgebung geboten, in der sie ohne finanziellen Druck Zeit haben ein neues Lebenskonzept zu entwickeln. Das Risiko der Wiederaufnahme der Prostitutionstätigkeit wird dadurch reduziert.

Die Veranstaltung wurde ebenfalls durch Spenden verschiedener Unternehmen und der Hoffnungsträger Stiftung unterstützt.